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Los ging es am Samstagmorgen 6.39 Uhr ab "Berlin Hauptbahnhof" - Über Hannover, Frankfurt, Offenbach, Karlsruhe und Freiburg kam
ich nach Kirchzarten. Dort angekommen fuhr ich bei strahlendem Sonnenschein direkt zur Anmeldung um meine Startnummer abzuholen.
Anschließend hieß es Zelt aufbauen, Bike überprüfen und eine kleine Testrunde drehen, ehe ich mich dann gegen 22.00 Uhr Schlafen legte.
Die Nacht war sehr unruhig! Es stürmte und regnete die ganze Zeit über!
Als 5.00 Uhr dann mein Wecker klingelte hielt ich das für einen schlechten Scherz und ich fühlte mich nicht wirklich in der Lage
aufzustehen, um die 120 Kilometer unter die Stollen zu nehmen. Einen Lichtblick gab es aber - Inzwischen waren die Regenwolken verzogen
und es zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen über den Bergen!
Nach dem Duschen und Frühstücken machte ich mich auf zu einer letzten kleinen "Einrollrunde" und anschließend direkt in die Startaufstellung.
Mehr als 4500 Fahrer warteten gespannt darauf, dass es endlich los ging!
Um 7.30 Uhr fiel der Startschuss für den ersten Fahrerblock - In 2 Minutenabständen wurde dann ein Block nach dem anderen auf die Strecke geschickt.
In der beschaulichen Innenstadt von Kirchzarten herrschte eine unglaubliche Stimmung! Als dann 7.38 Uhr mein Startblock in die Pedale treten durfte, verspürte ich
auf Grund dieser mitreißenden Atmosphäre eine gewisse Nervosität. Diese war aber wenige Meter nach der Startlinie weg.
Bis zum "Kilometer 13" rollte bei mir alles bestens, doch plötzlich war das Hinterrad platt! Zähneknirschend machte ich mich daran die
Panne zu beheben. An mir fuhr ein Fahrer nach dem anderen vorbei. Aber ich war ja nicht der einzige Teilnehmer, den es erwischte - Im Laufe des
Rennens sah man immer wieder genervte Biker, die einen Defekt am Mountainbike hatten.
Nach dem ich den Schlauch gewechselte hatte, konnte es endlich weiter gehen und ich kam auch schnell wieder in meinen Tritt. Auf
größtenteils gut zu befahrenden Forstwegen (obwohl es fast die ganze Woche geregnet hatte) führte die Strecke über Hinterwaldkopf nach Hinterzarten!
Dort starteten dann die "Short Track"- und "Power Track"-Fahrer, was für einige Engpässe und Rangeleien auf den Wegen sorgte. Schon der nächste
Anstieg sorgte allerdings dafür, dass sich das Feld wieder in die Länge zog.
In Bärental trennten sich schließlich die Wege der Teilnehmer! Alle Biker, die die Ultra-Distanz in Angriff nahmen, waren von dort an unter sich.
Weiter ging es über Altglashütten und Bernau - Das Thermometer auf dem Fahrradcomputer zeigte inzwischen 36 Grad an! Immer wieder standen begeisterte
Zuschauer an der Strecke, die einen mit vollem Einsatz anfeuerten und an steilen Anstiegen auch mal einen kalten Wasserschwamm über dem
Nacken ausdrückten! Die Fans beim Black Forest Ultra Bike sind einfach super!
Den letzten schweren Anstieg, den es zu bewältigen gab, führte hinauf zum Hofsgrund. Kaum am Gipfel angekommen hieß es noch einmal richtig Dampf zu machen
auf den teils riskanten Abfahrten nach Oberried. In Kirchzarten führte die Strecke für ein paar hundert Meter über einen Zeltplatz,
wo die Campingfreunde bei Bier und Würstchen das Rennen verfolgten und fleißig applaudierten. Kaum hatte ich den Campingplatz passiert, konnte
ich bereits das Ziel sehen. Ich brauchte nur noch zwei Holzrampen "überwinden" und eine halbe Stadionrunde absolvieren bevor ich nach 120
Kilometern, 3342 Höhenmetern und 7 Sunden und 18 Minuten Fahrzeit über die Ziellinie rollen konnte - Das war Platz 95.
Der Abend nach dem Rennen ist schnell zusammengefasst: Erst duschen, dann essen und anschließend gleich ins Bett. Doch kaum hatte ich mich
hingelegt, fing es auch schon wieder an zu regnen - Und dieses Mal tropfte es auch ab und zu ins Zelt! Da der Regen die ganze Nacht über immer
stärker wurde, hatte ich schon die Befürchtung, dass ich im Zelt auch total nass werde. Das passierte aber nicht. Es tropfte weiterhin nur
ab und zu durch. Glück gehabt!
Pünktlich zum Aufstehen am dritten Tag hatten sich die Wolken dann auch wieder verzogen und die Sonne schien mir ins Gesicht. Ich brauchte
nur noch mein nasses Zelt abbauen, meine Sachen zusammenpacken und schon konnte ich mich auf den Weg zum Bahnhof machen. Dort fuhr mein
Zug 10.32 Uhr ab und am Abend gegen 21.30 Uhr war ich dann wieder in Berlin!
Auch wenn das Wochenende sehr anstrengend war - Ich hatte eine Menge Spaß und freue mich schon auf das nächste Mal!
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